Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!
2. Könige 19, 16

Muss man Gott wirklich bitten, dass er hinhört und hinsieht? Sieht und hört Gott nicht eh schon alles, wenn er denn der allmächtige und allwissende Gott ist? Doch hier geht es nicht um eine rechte Lehre von Gott oder vom Glauben, sondern darum, wie man betet – vor allem, wie man in Situationen der Not betet. In der Bibel gibt es viele Gebete, die Gott ansprechen, als wäre er ein Mensch. In erster Linie wählen Betende diese allzu menschlichen Worte und Vorstellungen, weil sie selbst Menschen sind. Wie sollen denn die Worte sein, dass man den allmächtigen Gott angemessen anspricht?! Hat Gott Ohren und Augen wie ein Mensch – Augen, die manchmal schlafen? Ohren, die manchmal taub sind? Das Besondere an Gott, wie ihn uns die Bibel bezeugt, ist, dass er uns Menschen sehr entgegenkommt, sich zutiefst auf uns Menschen einlässt. Darum ist es für die biblischen Texte auch kein Problem, Worte zu enthalten, die von und zu Gott reden, als wäre er ein Mensch. In Jesus Christus wurde Gott Mensch. Darum können wir Gott auch zutiefst menschlich anreden. Es kratzt nicht an seiner Ehre und Erhabenheit. Wenn wir Gott sehnlichst bitten, ehren wir ihn. Wir erkennen unser Begrenztsein und legen unsere Not, unser Leben, in seine Hände. Darum ist jedes bittende Gebet, so menschlich es auch formuliert sein mag, höchstes Lob Gottes.

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
(Apostelgeschichte 17, 27)

Wie ist das, wenn ich heute von Gott erzähle? Wie kommt es in meinem Umfeld an? Paulus begegnet in Athen einem Umfeld, das mit der Botschaft vom Evangelium noch nicht viel anfangen kann. Die Stadt ist geprägt von Götzenbildern, philosophischen Meinungen und Menschen, die ihn als „Schwätzer“ abtun. Es gibt jedoch auch viele neugierige Stimmen unter ihnen. Wissbegierige Menschen, die hören wollen, was Paulus Neues zu erzählen hat.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Apostelgeschichte 5, 29

In den Lutherbibeln ist dieser Satz fett gedruckt. Das signalisiert: Achtung! Hier haben wir eine biblische Kernstelle vor uns. Merke sie dir gut. Gegen ein solches Verfahren ist nichts einzuwenden. Jedenfalls dann nicht, wenn man diese Sätze nicht aus dem Zusammenhang reißt. Bloße Schriftzitate, aus dem Kontext der biblischen Überlieferung herausgerissen, sind immer gefährlich. Damit kann man zum Fanatiker werden oder zur Fanatikerin, von Schlimmerem ganz zu schweigen. Lassen wir uns also vom Fettdruck dazu anregen, genau hinzuschauen.

Öffne deinen Mund für die Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Sprüche 31, 8

„Mir fehlen die Worte…“. Solche oder ähnliche Sätze stammeln wir, wenn wir hilflos das Unglück anderer mitansehen müssen. Es gibt eine angemessene Sprachlosigkeit, ein solidarisches Schweigen, das das Floskelhafte fürchtet und offen zugibt, für das Unfassbare keine Worte zu haben. Es gibt aber auch das andere Stummsein, das unsolidarische (Ver)Schweigen, wenn man aus Angst, selbst zum Opfer zu werden wegschaut. Oder wenn man eben aus sicherer Distanz genau hinschaut, aber nichts sagt, nicht eingreift und so tut, als sei man gar nicht beteiligt. So leicht es fällt, die „Gaffer“ zu verurteilen, so schwer ist es doch, den entscheidenden Augenblick zu erkennen, in dem es darauf ankommt, selbst den Mund aufzutun.

Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung
Kolosser 1,15

Dass Gott unsichtbar ist, gehört zu seinem Wesen: Gott ist kein Teil dieser Welt, sondern ihr Schöpfer; er ist nicht Materie, sondern Geist; er gehört nicht ins Diesseits, sondern existiert jenseits von Raum und Zeit. Allerdings: Bliebe Gott ausschließlich jenseitig, dann wüssten wir nichts von ihm und könnten ihn auch nicht als Gott verehren. Um Gottesdienst feiern zu können, haben sich Menschen deshalb von Urzeiten an Götterbilder gemacht. Sie meinten, der unsichtbare Gott würde in diesen Bildern Wohnung nehmen. Das Volk Israel und in seiner Nachfolge auch die Christengemeinde aber wussten: Gott wohnt im Himmel und nicht auf Erden, und nichts, was Menschenhände machen, kann ihn abbilden.

„Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“
Lukas 19, 40

Was werden sie denn schreien, die Steine? Und wer sind die, die hier schweigen, obwohl sie eigentlich reden sollten?

Mit diesem Wort beantwortet Jesus im Lukasevangelium einen Vorwurf der Pharisäer, die sich darüber aufregen, dass die Jünger Kleider vor dem auf einem Esel reitenden Jesus ausbreiten und ihn mit Worten aus Psalm 118 als Herrn und König preisen. „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Mit diesen Worten huldigt die Menge seiner Anhänger dem nach Jerusalem ziehenden Jesus. Sie begrüßen ihn am Fuße des Ölbergs als den verheißenen Friedenskönig, der Gottes gnädige Herrschaft aufrichten wird und deshalb nicht auf einem Streitross, sondern demütig auf einem Esel Richtung Jerusalem reitet.

„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!“
Lukas 10, 20

Im Himmel wird also eine Namensliste geführt. Erstaunlich, nicht wahr? Auf dieser Liste zu stehen, ist etwas ganz Besonderes, sagt Jesus seinen Jüngern: Darüber können sie sich freuen – viel mehr noch als über alles Mögliche andere, das sie auch glücklich macht. Dass es im Himmel ein Buch gibt, in dem Namen von Menschen notiert sind, davon ist im Alten wie im Neuen Testament an manchen Stellen die Rede. Das Buch wird verschiedentlich „Buch des Lebens“ genannt (z.B. Ps 69,29 und Phil 4,3). Gemeint ist das Leben bei Gott und mit Gott, das ewige Leben. Von einem „Buch des Todes“ ist nirgendwo in der Bibel die Rede. Niemand braucht also anzunehmen, Gott habe von vornherein festgelegt, wer in den Himmel kommt zum ewigen Leben und wer in die Hölle zum ewigen Tod. Eine solche Vorfestlegung Gottes gibt es nicht.

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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