Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten.
Jeremia 31, 9

Hilfreicher Trost bedeutet vor allen Dingen Begleitung. Damals wie heute. Die Formen der Begleitung mögen sich ändern; im Wesentlichen kommt es immer darauf an, einem (oder mehreren) Menschen in herausfordernden Zeiten zur Seite zu stehen, mit zu gehen oder einfach da zu sein.

Die Prophezeiung aus dem Jeremiabuch beschreibt auch Gottes Handeln mit seinem Volk in ganz entsprechender Weise. Den aufgrund von Krieg, Flucht und Vertreibung vermutlich mehrheitlich traumatisierten Menschen wird zugesagt, dass sie getröstet werden, indem Gott sie leitet – was in diesem Fall nichts Anderes als Begleitung heißt, wie bei einer Eskorte. Auf einer assyrischen Reliefdarstellung aus dieser Zeit sieht man, wie Einwohner der eroberten judäischen Stadt Lachisch von den neuen Machthabern aus ihrer Heimat in eine ungewisse Zukunft abgeführt werden. Die Prophetie aus Jeremia wirkt wie ein dazu als Kontrast gemaltes sprachliches Bild: „Ich bringe euch wieder zurück, gehe neben euch her und schütze euch.“ Im vorherigen Vers (Jer 31,8) bezieht sich dieses Versprechen ausdrücklich auf die verwundbarsten Menschen der damaligen Situation: auf Blinde, Lahme, Schwangere und junge Mütter. Die Rückführung der nach Babylon Verschleppten wird mit ähnlichen Worten auch im Buch Jesaja angekündigt: „Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden“ (Jes 55,12)“. Mit etwas anderer Betonung ist im Buch Hiob ist vom Geleiten des Toten zum Grab die Rede (siehe Hi 21,32) – ein Ritual, das wir aus guten Gründen bis heute pflegen, wenn wir jemanden „zu Grabe tragen“ und zugleich damit die Angehörigen trösten.

Ob es um die gegenseitige Unterstützung im engsten Familienkreis, in der Gemeinde oder vielleicht in einer Trauergruppe, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig von ihren Erfahrungen erzählen, geht: Die Formen der Begleitung mögen sich wandeln – gute Beziehungen zueinander sind in unserer heutigen Zeit, in der viele Menschen durch die äußeren Umstände ganz auf sich selbst zurückgeworfen sind, wichtiger denn je.

Prof. Dr. Dirk Sager
Theologische Hochschule Elstal

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