... und lasst uns aufeinander achthaben
und einander anspornen
zur Liebe
und zu guten Werken ...
Hebräer 10,24

Was ist noch zu tun, wenn schon alles getan ist?
Der Versuch, Gott durch Opfer gnädig zu stimmen, muss kläglich scheitern. Auf dieses Dilemma wird im zehnten Kapitel des Hebräerbriefes hingewiesen: Das Opferritual, das eigentlich eine entlastende Wirkung haben soll, wirkt eher belastend. Mit jedem Opfer werden die Betroffenen an ihre Sünden erinnert. Einmal jährlich zu bestimmten Festen oder je nach Anlass. Wer opfert, bleibt in der Rolle der Sünderin, des Sünders. Der Blick ist auf das eigene Scheitern und Versagen gerichtet. Mit dem Opfer wird die Last nicht von den Schultern genommen, im Gegenteil sie wird erschwert. Das ist anstrengend und lohnt sich nicht. Der Mensch bleibt unfrei und auf sich selbst fixiert. In sich verkrümmt, sagt Luther. Der Hebräerbrief erinnert die Angesprochenen daran, dass ihr Fokus sich völlig verschoben hat. Die Anstrengung ist zugunsten der Freude gewichen. Eine neue ungekannte Leichtigkeit bestimmt das Leben. Das Ziel wird zum Ausgangspunkt: Wenn es das Ziel war, Gott durch Opfer gnädig zu stimmen, dann wird hier deutlich, dass dies nicht nötig ist.

Durch Christus ist alles geschehen. Ein für alle Mal.
Wir sind schon an diesem Ziel: Gott hat dem Menschen seine Gnade zugewandt. Gnade ist alles und Gnade allein. So ist Gnade der Ausgangspunkt unseres christlichen Lebens. Wir müssen Gott nicht gnädig stimmen, wir können davon ausgehen, dass er es ist. Die Perspektive hat sich geändert. Der Mensch muss nicht mehr in sich verkrümmt nur auf sich schauen, sein Blick wird frei für andere Menschen: Lasst uns aufeinander achten! Der Mensch wird frei dazu, sich anderen zuzuwenden. Gnade stiftet Beziehung untereinander und so entsteht eine Gemeinschaft der Gnade. Eine Gemeinschaft, die von der Gnade ausgeht und die Liebe übt. Eine Gemeinschaft von Menschen, die einander anspornen, Liebe zu üben. Eine Anstrengung, die lohnt.

Was ist noch zu tun, wenn alles getan ist?
Wir gehen nicht auf das Ziel zu, wir kommen vom Ziel her.
Wir gehen nicht auf die Gnade zu, als könnten wir sie erlangen.
Wir kommen von der Gnade her, sind durch sie verbunden und üben uns in Liebe.
Und darin wollen wir richtig gut werden:

... und lasst uns aufeinander achthaben
und einander anspornen
zur Liebe
und zu guten Werken ...

Prof. Dr. Andrea Klimt
(Theologische Hochschule Elstal)

Social Share:

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



„Wir sind für die Menschen hier!“

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und der Bund Freier evangelischer Gemeinden haben gemeinsam einen Koordinator für Fluthilfe eingestellt..

07.10.2021

Abschluss Kurs Seelsorge und Beratung 2019-2021

Den vierwöchigen Kurs Seelsorge und Beratung 2019-2021 haben 16 Teilnehmende aus EFG und FeG abgeschlossen. Ein Teilnehmer berichtet.

07.10.2021