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Andacht August 2026

Jesus Christus spricht: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“
Johannes 10, 10

Wenn Jesus diese Worte spricht, ruft er nicht zu einem abstrakten Glücksgefühl auf, sondern zu dem wahren, von Gott gegebenen Leben, das er selbst in die Welt gebracht hat. Dieses Leben, das in der griechischen Sprache als zoë (ζωή) bezeichnet wird, ist nicht das bloße bios des Alltags, sondern das unvergängliche, von Gott erfüllte Leben, das in jedem Menschen wirkt, der den Herrn als Herrn und Retter annimmt.

Das Evangelium verkündet, dass wir durch den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus von der Macht der Sünde befreit werden und dadurch in die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott hineingeboren sind. Aus dieser Zugehörigkeit zu Christus entsteht ein neues Leben, das nicht nur Seelenheil verheißt, sondern eine Fülle, die Freiheit, Frieden und Freude umfasst – ein Leben, das wir nicht für uns behalten dürfen, sondern dass wir in aller Öffentlichkeit bezeugen sollen.

Unser Alltag ist voll von Momenten, die Gott als Türen für das Evangelium nutzt, wenn wir nur bereit sind, sie zu sehen. Wenn wir in einem Café jemanden sehen, der traurig oder einsam aussieht, können wir durch ein einfaches Gespräch die Einsamkeit brechen und das Licht Christi in seine Situation bringen. Wenn wir an einer Bushaltestelle warten und das Gespräch mit einer älteren Person beginnen, öffnen wir einen Raum, in dem wir von Gottes Gnade erzählen können, und zeigen, dass das Evangelium eine lebendige und relevante Botschaft ist. Oder wenn wir im Büro ein Projekt abschließen, können wir das Lob nicht auf unsere eigenen Fähigkeiten richten, sondern den Herrn preisen, der uns die Kraft und Weisheit geschenkt hat, und damit ein Zeugnis dafür ablegen, dass unser Erfolg allein aus seiner Hand stammt.

In all diesen scheinbar unbedeutenden Situationen liegt das Potenzial, das Evangelium nicht nur durch Worte, sondern durch Taten sichtbar zu machen. Wenn wir den Heiligen Geist einladen, unser Herz zu öffnen, verwandeln sich diese scheinbar belanglosen Augenblicke in Zeugen seiner Gegenwart.

Gott hat uns nicht nur ein Leben zum Empfangen geschenkt, sondern ein Leben zum Weitergeben. Dieses Geschenk ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortwährender Strom, der durch jede unserer alltäglichen Handlungen fließen kann.

Vielleicht könntest du diesen Monat als deine persönliche Missionszeit betrachten. Dann suche doch einmal bewusst nach Gelegenheiten, in denen du das Leben in seiner göttlichen Fülle weitergibst – sei es in Form eines ermutigenden Wortes, eines freundlichen Lächelns oder eines kurzen Moments des Staunens, den du mit jemandem teilst. Und lass diese Taten nicht nur gute Werke sein, sondern ein offenes Zeugnis dafür, dass Christus in dir lebt und durch dich das Reich Gottes sichtbar wird. In jedem dieser Momente wird das Evangelium lebendig, weil wir es nicht nur predigen, sondern leben.

Joshua T. Searle
Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Theologische Hochschule Elstal