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Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
5. Mose 6, 5
Januar: die Zeit der guten Vorsätze und der Neuausrichtung. Was soll mir im nächsten Jahr wichtig werden? Was will ich loslassen, was nehme ich mir vor?
Auch der Monatsspruch lädt zur Neuausrichtung ein, zu einem klaren Lebensfokus. Jesus wird dieses Gebot später als eins der beiden wichtigsten zitieren: Gott lieben und den Nächsten wie mich selbst (Markus 12,28-34). Juden rezitieren dieses Gebot morgens und abends. Es gehört zum „Shma Israel“, dem „Höre Israel“, das mit dem vorigen Satz beginnt: „Höre, Israel! Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben…“
Ein Gebot, an dem Juden und Christen ihr Leben ausrichten sollen. Aber kann man denn Liebe befehlen? Wie geht überhaupt Liebe zu Gott, was soll das praktisch bedeuten? Und ist dieser religiöse Totalanspruch – „mit ganzem Herzen“ – nicht übertrieben, vielleicht sogar gefährlich?
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21, 5
Eine der am meisten umkämpften Ressourcen unserer Zeit ist unsere Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist wertvoll, darum buhlen so viele um sie: die Sozialen Medien, das Smartphone, aber auch die Sorgen, Nöte, Ängste, Freuden und Glückseligkeiten des Lebens. Und: Was deine Aufmerksamkeit hat, hat dich – zumindest für den Moment, vielleicht auch länger. In dieses Ringen, in diesen täglichen Kampf um deine und meine Aufmerksamkeit ruft die Johannesoffenbarung einen Satz des lebendigen Gottes, die Jahreslosung für das Jahr 2026: „Siehe, ich mache alles neu!“
Das „Siehe“ dieses Satzes ist ein Ruf nach unserer Aufmerksamkeit, denn es sagt: „Sieh hin, schau her, schenk mir deine Aufmerksamkeit, richte deinen Blick auf das, was jetzt kommt!“ Genau 200mal steht dieser Ruf nach Aufmerksamkeit im Neuen Testament. Das erste „Siehe“ wird in Mt 1,20 gesprochen, als der Engel des Herrn dem Josef im Traum erscheint; das letzte „Siehe“ findet sich in Offb 22,12, wo es heißt: „Siehe, ich komme bald“. Das „Siehe“ der Jahreslosung ist das drittletzte der Bibel. Im vorletzten Kapitel der Johannesoffenbarung und kurz vor den letzten beiden „Siehe“-Rufen der Bibel (die sich beide ganz auf den kommenden Herrn ausrichten, siehe Offb 22,7 u. 12) also ein Ruf, auf das Neue zu sehen, das aus Gottes Hand kommt. Der baptistische Ausleger Adolf Pohl schreibt dazu in seinem Kommentar: „Er (Gott) beansprucht jetzt ausdrücklich Aufmerksamkeit für sich: Siehe! Er selbst ist die Quelle aller Hoffnung auf Neues. Bei ihm, nicht bei uns, nimmt es seinen Anfang.“

